DTII

Deutschsprachiger Transkriptionsstandard des Islamologischen Instituts

Für die Umschrift der arabischen Wörter wurde von Dr. Amir Zaidan ein eigenes, ausschließlich auf den üblichen Buchstaben des deutschen Alphabets beruhendes System entwickelt, um andere alte, komplizierte und nur für Kundige konzipierte Trans­literationen zu ver­meiden. Die weit verbreitete orientalistische Transliteration wurde von der „Deutschen Morgenländischen Gesellschaft“ als eine Sonder­schrift mit Strichen, Punkten, Haken usw. in Europa im 19. Jahrhundert ent­wickelt. Sie war früher nötig, um arabische Texte einigermaßen korrekt mit lateinischen Buchstaben zu erstellen, weil es mit den Schreib­maschinen damals nicht möglich war, beide Schriften, die Arabische und die Lateinische, in einem Text zu schreiben.

Im Zeitalter der Digitalisierung ist diese orientalistische Lösung der Transliteration nach Ansicht von Dr. Amir Zaidan obsolet geworden, da es heutzutage Standard ist, unterschiedliche Schriftsysteme wie Arabisch und Deutsch gemeinsam in einem Text zu schreiben. Ebenfalls ist diese Trans­literation für die Zielgruppe derjenigen, die des Arabischen nicht mächtig sind, unge­eignet, weil man hierfür Arabisch kennen und zusätzlich die Umschrift erlernen muss. Doch wenn man Arabisch lesen kann, dann liest man den Text auf Arabisch, und wenn man kein Arabisch kann, dann ist man auch nicht im Stande die orienta­listische Transliteration zu lesen.

Die von Dr. Amir Zaidan entwickelte Schrift ist für Personen gedacht, die (noch) kein Arabisch können, aber befähigt werden sollen, Arabisch zu lesen. Deshalb wird hier eine neue Transliteration verwendet, was die Buchstaben betrifft, und eine Transkription unter Berücksichtigung der arabischen Gram­matik und Aussprache- und Leseregeln, was die Übertragung der Wörter betrifft. Diese Methode ermöglicht jedem Deutschsprachigen ohne Vorkenntnisse und nur mithilfe der bereits bekannten deutschen Buch­staben, schnell und unkompliziert den so transkribierten arabischen Text annähernd korrekt auszusprechen.


Bei der Aussprache der transkribierten Wörter ist unbedingt folgendes zu beachten:

ch steht für خ (chaaء) und ist immer wie „ch“ in „Buch“ auszu­sprechen.

d steht für د (daal) und ist immer wie das deutsche „d“ auszu­sprechen.

d steht für ض (daad) und ist immer wie das arabische ض (empha­tisches d des Obergaumens) auszusprechen. Bei Fettschrift ist es nicht fett.

dh steht für ذ (dhaal) und ist immer wie das englische „th“ in „the“ auszusprechen.

dh steht für ظ (dhaaء) und ist immer wie das arabische ظ auszu­sprechen. Bei Fettschrift ist es nicht fett.

dsch steht für ج (dschiim) und ist immer wie das stimmhafte „dsch“ in „Dschungel“ auszusprechen.

gh steht für غ (ghain) und ist wie das deutsche „Gaumenzäpfchen-r“ auszusprechen.

h steht für هـ (haaء) und ist immer wie das deutsche „h“ in „Hand“ auszusprechen. In der gesamten Umschrift wird „h“ niemals als Dehnungszeichen verwendet.

h steht für ح (haaء) und ist immer wie das arabische ح (scharfes „gehecheltes“ h) auszusprechen. Bei Fettschrift ist es nicht fett.

q steht für ق (qaaf) und ist immer wie das arabische ق (am Zäpfchen gebildetes emphatisches k) auszusprechen.

r steht fürر und ist immer wie ein Zungen-r auszusprechen.

t steht für ت (taaء) und ist immer wie das deutsche „t“ auszu­sprechen.

t steht für ط (taaء) und ist wie das arabische ط (emphatisches t) auszu­sprechen. Bei Fettschrift ist es nicht fett.

th steht für ث (thaaء) und ist immer wie das stimmlose englische „th“ in „three“ auszusprechen.

s steht für س (siin) und ist wie das scharfe stimmlose „s“ in „dass“ auszusprechen.

s steht für ص (saad) und ist immer wie das arabische ص auszu­sprechen. Bei Fettschrift ist es nicht fett.

sch steht für ش (schiin) und ist wie das deutsche „sch“ in „Schule“ auszusprechen.

z steht für ز (zai) und ist immer wie das deutsche „s“ in „Sieg“ auszusprechen.

w steht für و (waaw) und ist immer wie das englische „w“ in „weekend“ auszusprechen.

‚ steht für ع (’ain) und wird nur im deutschen Text wie bei „Ka’bah“ verwendet.

ع steht für den Buchstaben ع عain (stimmhafter Rachen-Reibelaut) und wird dement­sprechend ausgesprochen, wie bei „عaalamiin عالمين“. Es wird nur in der Transkription und nicht im deutschen Text verwendet.

ء steht für den arabischen Buchstaben ء (hamzah) und wird dement­sprechend aus­gesprochen, wie bei „yuءmin يؤمن“. Es wird nur in der Transkription und nicht im deutschen Text verwendet.


Doppelte Vokale (aa, uu, ii) werden gedehnt ausgesprochen.

Doppelte Buchstaben müssen immer doppelt ausgesprochen werden, wie „n“ in „Annahme“ Diese werden zur besseren Lesbarkeit zum größten Teil mit einem Bindestrich (-) getrennt, wie „asch-schams, as-samaaء, il-la, ar-rahiim, in-na, im-ma, at-tariq, as-saalihaat, ad-daar, lil-laah, etc.

Der Bindestrich (-) hat fast überall die Funktion einer sehr kurzen Sprech­pause. Wichtige Ausnahmen sind:

- Die Trennung zwischen „s“ und „t“ wie bei „nas-taعiin نستعين“; dies soll verhindern, dass „s“ als „sch“ ausgesprochen wird.

- Die Trennung innerhalb eines Wortes wie bei „scha-dscharah شجرة“, damit es nicht falsch als „schad-schara“, wie bei „ih-dina إهدنا“, damit es nicht als „iidina“, und wie bei „fa-yas-charuuna فيسخرون“, damit es nicht als „faiascharuuna“ ausge­sprochen wird.

- Die Trennung innerhalb eines Wortes wie bei „qur-aan قرآن“ und „adعiyaa-a أدعياءَ“, damit Hamzah (ء) ausgesprochen werden kann.

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